Absurde Tauschgeschäfte - Parque Huascaran Teil I

Vor etwa sechs Monten habe ich mit der Recherche für diese Reise begonnen. Ziemlich zu Beginn

bin ich auf den Santa Cruz Trek gestossen. Eine mehrtägige Wanderung in der Cordillera Blanca, die man sehr gut von Huaraz aus starten kann. Eine Kleinstadt etwa 6 Stunden nördlich von Lima. Die Cordillera Blanca sind sozusagen die peruanischen Alpen, nur ein wenig höher 😉 Januar und Februar gelten zwar als weniger attraktive Monate hier in den Bergen, da es zu dieser Zeit sehr viel Regen gibt aber dafür sind auch weniger Touristen unterwegs und wo Regen, da auch viel Vegetation. Und so war es auch. Ich kann immernoch nicht glauben, was für eine unglaubliche Landschaft wir vorgefunden haben und was für ein sattes grün uns in dem Nationalpark Huascaran empfangen hat.Wie so oft, kann man den kompletten Trek über eine Agentur buchen. Das bedeutet, man wandert in einer grösseren Gruppe mit einem Guide. Das gesamte Gepäck einschliesslich Essen und Zelt wird von Eseln getragen und wenn man Abends am Zeltplatz ankommt, ist alles bereits fertig. 

Bereits damals auf meinem ersten mehrtägigen Trek im Torres del Paine, kam diese Art des Reisens auf gar keinen Fall in Frage. Und somit wurde auch diesmal der Rucksack selbst getragen und nur das Nötigste eingepackt. Schliesslich verbringt man im Durchschnitt 5-7 Stunden am Tag mit dem Gepäck auf dem Rücken.

 

Wie bereits erwähnt befinden wir uns gerade ausserhalb der Saison, weswegen sehr wenig los war. Im Vorhinein haben wir uns noch über Eintrittspreise und Öffnungszeiten des Parks informiert. Um die erste Strecke möglichst früh zu starten, sind wir bereits um 4:30 in Huaraz gestartet. Zuerst ging es mit einem Kleinbus nach Caraz und von dort aus weiter in das kleine Dorf Cochapampa. Dort wollten wir auch direkt motiviert dem Schild ´Santa Cruz Trek´ folgen, als ein Herr um die Ecke kam und sich als Einlasskontrolle des Nationalparks ausgab. Schien zwar zuerst unscheinwürdig, aber es handelte sich tatsächlich um den Parkwächter. Als dieser uns dann allerdings offenbarte, der Eintritt wäre 150 Soles pro Person, fing ich mit dem Wissen, nur 100 Soles dabei zu haben, panisch an zu lachen. Im Vorhinein hatte man uns gesagt, der Eintritt ist 30 Soles pro Person. Doch ein gewaltiger Unterschied. Natürlich gab es in dem kleinen Dorf keinen Bankautomat. Der nächste war 1h entfernt auf einem Weg bestehend aus unendlichen Schlaglöchern.

Nach und nach kamen immer mehr aus dem Dorf dazu und irgendwann wurde uns angeboten, wir könnten in Materialien bezahlen. Der Parkranger begutachtete währendessen interessiert mein Zelt. Der zweite etwas hysterische Lachanfall meinerseits an diesem Tag. Ich hatte mir vor der Reise ein neues Zelt von Vaude gekauft. Nachdem ich beinahe ein Jahr lang überlegt habe, welches Zelt es sein sollte wurde es schlussendlich das Vaude Taurus für drei Personen, um genug Platz auch für Rucksäcke zu haben. Dass nun der Parkwächter mein neues Zelt für einen Eintritt von umgerechnet 40 Euro eintauschen wollte... da fehlten mir die Worte :D Willkommen in Peru! 

Schlussendlich ist Luis dann alleine nach Caraz gefahren und hat Geld abgeholt und ich konnte mir drei Stunden das Dorf, bestehend aus acht Häusern ansehen. :D

 

Nachdem es dann endlich los ging war ich bereits nach wenigen Metern begeistert. Der Weg begann in einer schier unendlichen langen Schlucht. Rechts und links steile Felswände und der Wanderweg ging stets an einem reisenden Fluss entlang. Da der Weg gut versteckt zwischen Pflanzen, Steinen und Bäumen war, konnte man nie erahnen wo man sich in 100m weiter befindet. An diesem ersten Tag starteten wir bei 2900m und kämpften uns auf 3800 m hoch. Die ersten Kilometer waren direkt ziemlich steil und anstrengend und obwohl dann das letzte Stück mehr oder weniger eben war, mussten wir ganz schön kämpfen. Schlussendlich sind wir dann nach 5:30 h am ersten Campingplatz angekommen. Wobei lediglich ein Schild auf einer Grünfläche darauf hinwies und niemand vorzufinden war. Das hat wohl auch mit der Saison zu tun. Normalerweise sind an den ausgeschilderten Zeltplätzen kleine Stände an denen Einheimische, die aus entfernten Dörfern kommen, Kleinigkeiten an die Touristen verkaufen. An unserem ersten Tag waren wir allerdings komplett allein. Abgesehen von den drei Hunden, die uns seit dem Dorf gefolgt waren und den Unmengen an Kühen, die sich im gesamten Park herum treiben. Fernab von jeglicher Zivilisation.

Auf dem Campingkocher wurden schnell Nudeln mit Thunfisch-Sahne-Sosse gekocht und bereits um 20.00 Uhr lagen wir dick eingemummelt in unseren Schlafsäcken und ich habe geschlafen wie ein kleines Baby. Der Blick am nächsten Morgen, als ich das Zelt geöffnet habe, war einfach magisch.

Über die weiteren Tage, berichte ich euch in einem weiteren Blogpost. 

 

Entschuldigt die schlechte Bildqualität. Ich habe momentan nicht meinen eigenen Laptop, weswegen ich keinerlei Bilder bearbeiten kann. Ausserdem sind einige Bilder mit dem Handy gemacht und die Farben kommen leider überhaupt nicht richtig rüber. 

 

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